MINEN AM STANDORT VON HORNS REV 3 GEFUNDEN

Dänemark „Die Arbeit eines Jahres wurde in zehn Millisekunden in die Luft gejagt.“ So knapp lassen sich die Ereignisse zusammenfassen, als eine Mine aus dem 2. Weltkrieg unter Dänemarks zukünftigem Offshore-Windpark Horns Rev 3 gesprengt wurde.

Die Mine wurde bei einer geophysischen Untersuchung des betreffenden Areals im Jahr 2015 identifiziert. Danach wurden die erhobenen Daten analysiert und mit den von Vattenfall geplanten Standorten der Windturbinen sowie den Stellen abgeglichen, an denen die Minen ein Risiko für das Personal und die zu verwendende Ausrüstung darstellen könnten.

„Ich weiß sehr wohl, dass die Leute von der eigentlichen Sprengung fasziniert sind, aber 99,9 Prozent der Arbeit werden in Wirklichkeit im Vorfeld geleistet“, sagt Vattenfalls Senior Geophysiker Arne Rød Lauridsen. Er kam vor einem Jahr zu Vattenfall, um weiter nach den Minen zu suchen, von denen man wusste, dass sie auf dem sandigen Meeresgrund bei Horns Rev 3 liegen.

Koordinaten aus deutschen Minenkarten aus dem 2. Weltkrieg
„Das Minenfeld war vorher bekannt und auf Seekarten eingezeichnet. Um genauere Informationen zu erhalten, haben wir die Koordinaten der ausgebrachten Minen aus deutschen Minenkarten des Jahres 1944 herausgesucht. Ausgehend von alten deutschen Seekarten, die in heutige GPS‑Koordinaten konvertiert wurden, haben wir insgesamt drei Minen gefunden. Das geht jedoch nicht ohne Schwierigkeiten, und es ist eine besondere Ausrüstung erforderlich, um sie zu finden“, berichtet Arne.

Zwei der Minen bei Horns Rev 3 stammten aus dem 1. Weltkrieg und waren relativ klein, so dass sie sicher geräumt werden konnten. Die dritte Mine war jedoch eine sogenannte LMB-Mine aus dem 2. Weltkrieg, die eine Sprengladung von 700 Kilogramm hatte und deshalb aufwendigere Maßnahmen erforderte. Diese alte Mine wurde vom Kommando der dänischen Flotte, einem Teil des gemeinsamen Oberkommandos der dänischen Streitkräfte, unschädlich gemacht. Sie operieren mit einem Gummiboot von einem größeren Schiff aus, das von Vattenfall gechartert wurde. Ein Taucher bringt Sprengstoff an und kehrt zum Boot zurück. Mithilfe einer Zündleitung und eines Zünders wird die Mine kontrolliert gesprengt.

Man geht davon aus, dass noch etwa 5.000 bis 6.000 Minen aus dem 1. und 2. Weltkrieg in dänischen Gewässern liegen, davon ungefähr 70 der im 2. Weltkrieg gelegten Minen in den Gewässern um Horns Rev. Drei sind im Lauf der Jahre detoniert, und Vattenfall hat jetzt eine entfernt, so dass noch 66 dieser Minen verbleiben. Sie liegen jedoch alle außerhalb des Bereichs, in dem Vattenfall Arbeiten auf dem Meeresgrund ausführen wird.

Sehen Sie sich hier ein Video von der Sprengung an

 

Sehen Sie sich ein Video von der Mine an, 223 cm lang und mit 66 cm Durchmesser.

Ähnliche Themen