NOCH LANGE NICHT IN RENTE

SCHWEDEN Das Kraftwerk Älvkarleby, ein schwedisches Wasserkraftwerk der ersten Generation, wird in diesem Jahr einhundert Jahre alt.

Die kleine Gemeinde Älvkarleby, die nur wenige Kilometer von der Mündung des Flusses Dalälven entfernt liegt, beherbergt gleichermaßen Technik der Vergangenheit und Betriebe für Lösungen der Zukunft.

Das Wasserkraftwerk aus dem Jahr 1915 stammt aus einer Zeit, in der das Wissen um Elektrizität weiterentwickelt wurde und die Entdeckung des Wechselstroms eine Stromübertragung über weite Strecken mithilfe von Stromleitungen ermöglichte.

Dies war zur damaligen Zeit „Hightech“ und die architektonische Gestaltung der Anlagen hatte einen hohen Stellenwert. Sowohl das Maschinenhaus als auch das Stellwerkgebäude wurden im nationalromantischen Stil errichtet und vermitteln den Eindruck einer mittelalterlichen Burg mit steilen Dächern und Fassaden, die mit handgeschlagenen, hartgebrannten Ziegeln verblendet sind.

Älvkarleby 1915

Rückblick
Die Errichtung von Wasserkraftwerken war für die schwedische Industrie ein großer Schritt nach vorn. Als das Stromnetz ausgebaut wurde, erlangte Älvkarleby große Bedeutung für die Industrialisierung in gesamt Mittelschweden. Viele Hütten und Stahlwerke bezogen ihren Strom von hier und die Stromerzeugung reichte sogar noch für die Elektrifizierung der Städte Uppsala, Västerås, Gävle und Enköping aus.

In der ursprünglichen Turbinenhalle arbeiten fünf Turbinen und Ende der 1980er-Jahre kam noch ein sechstes Aggregat hinzu, mit dem die Anlage eine Gesamtkapazität von 125 Megawatt erreichte.

Weiterhin von zentraler Bedeutung
Heute hat das Kraftwerk Älvkarleby eine andere Bedeutung als vor einhundert Jahren.

„Die Aufgabe besteht selbstverständlich weiterhin darin, Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen, heute jedoch verstärkt als Regulator in einem Energiesystem, das vor allem in zunehmendem Maße Strom aus Windenergie produziert,“ so Monica Nordlund, PR-Referentin bei Vattenfall Vattenkraft.

Einzigartiges Labor
Nur einen Steinwurf vom Kraftwerk entfernt befindet sich Vattenfalls Forschungs- und Entwicklungslabor. Hier werden für verschiedene Wasserkraftanlagen modernste dreidimensionale Computersimulationen durchgeführt und gleichzeitig präzise, wirklichkeitsgetreue Modelle erstellt.

MARIA CRUSEMAN

MARIA CRUSEMAN

Modelle

„Trotz modernster Computersimulationen sind physische Modelle nach wie vor unverzichtbar. Anhand eines Modells lässt sich sicherstellen, dass Durchfluss, Wellen, Wirbel und Wasserstände sich wie erwartet verhalten, bevor mit dem Bau der tatsächlichen Anlage begonnen wird“, erläutert Laborleiter Jonas Wilde.

Das Labor Älvkarleby ist das einzige seiner Art in Schweden, in dem diese Modelltypen erstellt und zur Durchführung von Tests verwendet werden können. Das Labor erhält nicht nur von Vattenfall Aufträge, sondern auch von anderen Energieunternehmen, Universitäten und internationalen Auftraggebern. Das 280 Quadratmeter große Modell der Schleuse „Slussen“ in Stockholm machte 2012 in ganz Schweden Schlagzeilen.

Pionierwerk
Neben Älvkarleby, das im Juni sein Jubiläum feiert, wurde das Kraftwerk Porjus am Fluss Luleälven bereits früher in diesem Jahr einhundert Jahre alt. Vattenfalls ältestes Wasserkraftwerk Olidan am Fluss Göta älv wurde im Jahr 1910 in Betrieb genommen.

Einweihung des Wasserkraftwerks Älvkarleby im Jahr 1915

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