VON EINER GEFLÜCHTETEN ZUR NUON-MITARBEITERIN

Niederlande Maryam Salmanpoor ist vor drei Jahren aus dem Iran in die Niederlande geflohen. Für Nuon bedeutete dies ein Gewinn!

Im Jahr 2014  sind Maryam Salmanpoor und ihr Mann aus dem Iran geflohen und haben sich auf den Weg in die Niederlande gemacht. Sie ist Ingenieurin und arbeitete in ihrem Heimatland in unterschiedlichen Managerpositionen, hatte aber nach zwei Jahren in den Niederlanden immer noch keine neue Anstellung gefunden.

Doch dann hat sich plötzlich alles geändert. Salmanpoor wurde  von der Zeitung Algemeen Dagblad zu ihrer Situation interviewt. Sie berichtete davon, wie schwierig es war, als Ingenieurin Arbeit zu finden, ohne die Landessprache zu beherrschen. Maarten Steinebach, Manager bei Nuon Heat, ist über den Artikel gestolpert und beschloss, sie zu kontaktieren, da seine Organisation ihre technische Kompetenz dringend benötigte.

„Martin hat mich für den nächsten Tag zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, um mich kennenzulernen.Also kam ich am nächsten Tag mit meinem Lebenslauf und meinen Hochschulabschlüssen in sein Büro“, erinnert sich Salmanpoor.

Aus dem Gespräch wurde ein Praktikum als technische Zeichnerin bei Rotterdam Engineering, das durch Step2Work vermittelt wurde. Dies ist ein Beschäftigungsprogramm bei Nuon, das jungen Menschen und Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Einschränkungen hilft, Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten. Dies können Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen oder ohne ausreichende Abschlüsse bzw. Qualifizierungen sein. Und zum ersten Mal, im Fall von Maryam, eine neu angekommene Geflüchtete.

Nach erfolgreicher Beendigung einer fünfmonatigen Schulung begann Maryam ihr einjähriges Praktikum im Unternehmen.

Intensiver Sprachunterricht
Ihre Anstrengungen während des Praktikumjahres haben sich gelohnt und sie hat zum 01. August einen unbefristeten Vertrag bekommen.

„Ich bin wirklich sehr glücklich über die Möglichkeiten, die mir Nuon geboten hat. Und ich bin fest entschlossen, diese Chancen zu nutzen und erfolgreich zu sein“, sagt Salmanpoor.

Trotz der Freude darüber, diese Sicherheit zu haben, ist sie traurig, weil sie ihr Heimatland verlassen musste. Sie vermisst ihre Familie und ihre Freunde. Die Situation im Iran ist immer noch sehr instabil und zurzeit planen sie und ihr Mann nicht, zurückzukehren.

Glücklicherweise können Sie über Skype den Kontakt zu ihren Familien aufrechterhalten und Salmanpoor sieht inzwischen einer positiven Zukunft bei Nuon entgegen − vor allem, sobald sie die Sprache richtig beherrscht. Aktuell geht sie dreimal pro Woche halbtags zum Intensivsprachkurs an der Universität.

„Ich dachte, ich würde mir die Sprache schneller aneignen, aber Niederländisch zu sprechen ist schon eine ziemliche Herausforderung“, so Salmanpoor. Doch zum Glück erhält sie viel Unterstützung von ihren Kollegen. „Sie sind alle immer sehr hilfsbereit und sehr geduldig. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.“

Viele Unterschiede
Salmanpoor hat im Iran schon mit vielen interessanten Kollegen gearbeitet, fühlt sich aber an ihrem neuen Arbeitsplatz weniger eingeschränkt, wodurch sie mehr Zeit hat, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. „In den Niederlanden muss ich mir keine Sorgen wegen der Kleidung machen, die ich trage, mit wem ich über meine Überzeugungen und Familie spreche, oder welche Beziehung ich zu den Menschen innerhalb und außerhalb der Organisation habe“, antwortet Maryam, wenn sie zu den positiven Unterschieden im Vergleich zu ihrer Arbeit als Managerin in einem iranischen Telekommunikationsunternehmen gefragt wird. „Alle sprechen sich mit ihren Vornamen an, selbst die Vorgesetzten. Im Iran gibt es das nicht.“

Das Vertrauen, das allen Nuon-Mitarbeitern von ihren Vorgesetzten und Kollegen entgegengebracht wird, ist auch eine neue Erfahrung für sie. „Im Iran bekam ich dieses Vertrauen nicht. Ich habe viel Zeit dafür aufgebracht, meine Kollegen davon zu überzeugen, dass bestimmte Dinge anders und besser erledigt werden könnten.“

Andere Dinge jedoch funktionieren nach ihrer Erfahrung im Iran besser: „Wenn im Iran ein neuer Mitarbeiter seine  Stelle antritt, ist die gesamte Hard- und Software für ihn eingerichtet und alle verwaltungstechnischen Angelegenheiten sind geklärt. Falls ein Problem besteht, kümmert sich sofort ein Vertreter der entsprechenden Abteilung darum, sodass man keine Zeit mit Angelegenheiten verschwendet, von denen man keine Kenntnisse hat. In den Niederlanden dauert es etwas länger, bis eine Anfrage genehmigt wird oder bestimmte IT-Probleme gelöst werden“, sagt sie abschließend.

„Auf vielfältige Art und Weise wachsen“
Nachdem Salmanpoor ihren Vertrag unterzeichnet hat, arbeitet sie weiter an ihrer persönlichen Entwicklung und besucht weiterhin den Sprachunterricht.

„Wir haben gezeigt, dass es Migranten möglich ist, sich in relativ kurzen Zeiträumen in niederländischen Unternehmen zu integrieren. Maryam hat sich in jeder Hinsicht stark entwickelt und bekleidet bei Nuon Heat eine wichtige Position als Ingenieurin. Und das ist hervorragend“, freut sich Norbert Simons, Regional Manager for Grid Operations Rotterdam/Leiden bei Nuon Heat.

Marjan van den Berg ist die Regionalleiterin des Step2Work-Programms und Salmanpoors Mentorin. In Zukunft möchte sie das Programm erweitern, indem sie neu angekommene Immigranten mit Aufenthaltsgenehmigung in das Programm aufnimmt.

„Für uns ist das eine hervorragende Gelegenheit, gut ausgebildetes Personal zu finden. Gleichzeitig tragen wir aktiv zur Diversität innerhalb des Unternehmens bei und werden so unserer Unternehmensverantwortung gerecht.“

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