VATTENFALLS ERGEBNIS IM DRITTEN QUARTAL: ANHALTEND STABILE ENTWICKLUNG

FINANZEN Trotz eines Anstiegs beim bereinigten Ergebnis auf 2,8 Milliarden SEK im dritten Quartal sind weitere Effizienzmaßnahmen erforderlich.

Vattenfalls CEO Magnus Hall konnte am Freitag (27. Oktober) bei der Präsentation des dritten Quartalsberichts für 2017 auf ein weiteres Quartal mit einer stabilen Entwicklung für Vattenfall zurückblicken.

Das bereinigte Betriebsergebnis für die ersten neun Monate des Jahres betrug insgesamt 16,0 Milliarden SEK, ein Zuwachs von 1,4 Milliarden SEK gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2016. Für den Zeitraum von Juli bis September belief sich das bereinigte Betriebsergebnis auf 2,8 Milliarden SEK.

Dezentrale Lösungen eingeführt
Während des Quartals wurde Vattenfalls bislang größter Onshore-Windpark „Pen y Cymoedd“ in Wales eingeweiht und damit das Windkraftportfolio um 228 MW Erzeugung aus erneuerbaren Energien ausgebaut. Zudem wurden mehrere Initiativen im Bereich dezentraler Lösungen gestartet, wie „InHouse“ in Schweden, „Haus-Strom“ in Deutschland sowie die Verpachtung von Solarmodulen an Privatkunden in Deutschland und den Niederlanden.

„Es war ein weiteres gutes Quartal, in dem wir eine anhaltend stabile finanzielle Entwicklung, aber auch viele andere geschäftliche Highlights verzeichnen konnten, beispielsweise die Investitionsentscheidung für den 180-MW-Windpark ‚Wieringermeer‘ in den Niederlanden sowie ein gutes Kundenwachstum. Wir wissen aber auch, dass unsere Geschäftstätigkeit effizienter werden muss, und haben deshalb das Kosten- und Effizienzprogramm ‚Golf‘ mit dem Ziel gestartet, bis 2020 zwei Milliarden SEK einzusparen“, sagt Magnus Hall.

Saisonale Einflüsse auf das Ergebnis
Vor allem die Business Areas Generation und Distribution haben zu dem guten Quartalsergebnis beigetragen. Dagegen litt das Ergebnis der BA Customers & Solutions unter einem gestiegenen Margendruck, während Heat und Wind ein negatives bereinigtes Betriebsergebnis für das Quartal auswiesen. Dies ist zum Teil saisonal begründet, erläutert CFO Stefan Dohler:

„Insbesondere das Wärmegeschäft ist ein typisches Saisongeschäft mit geringen Einnahmen in diesem Zeitraum des Jahres. Im Windkraftgeschäft wachsen wir und fügen neue Kapazität hinzu, jedoch hatten wir in diesem typischerweise windschwachen Quartal einige Probleme mit Kabelausfällen, die sich negativ auf das Produktionsvolumen auswirkten“, berichtet er.

Hall hoffnungsvoll bezüglich unabhängiger Kernkühlung
Die Senkung der Kapazitätssteuer für Kernkraftwerke in Schweden um 90 Prozent ab dem 1. Juli trug mit 0,8 Milliarden SEK positiv zum Ergebnis bei. Das Board von Vattenfall und Ringhals wird die erforderlichen Investitionen für die Ringhals-Reaktoren 3 und 4 zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres prüfen.

„Für Forsmark wurde die Entscheidung zur Investition in unabhängige Kühlung im vergangenen Jahr getroffen. Die Entscheidung für Ringhals ist ein Thema für das Board und wir sind damit noch nicht ganz durch. Ich bin aber sehr hoffnungsvoll, und es zeigt sich, wie wichtig es war, dieses Thema der Kapazitätssteuer für Kernkraftwerke vom Tisch zu bringen“, so Hall.

Gegenüber 2016 lagen die Spotpreise für Strom im dritten Quartal dieses Jahres um mehr als zehn Prozent höher. Stefan Dohler sieht jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund zum Feiern:

„Die Preise steigen zwar derzeit wieder, aber wir sollten nicht zu enthusiastisch sein. Es gibt nach wie vor ein Überangebot auf dem Markt und durch dezentrale Lösungen und erneuerbare Energien wird weiterer Druck entstehen. Außerdem steht die Frage im Raum, was mit dem CO2-Preis auf dem Kontinent passieren wird. Die Überkapazität wird zwar mit der Zeit verschwinden, aber wir sollten die aktuelle Preiserholung nicht überinterpretieren“, meint Dohler.

Zeitplan für Golf-Projekt abgesteckt
Für Vattenfall stehen weiterhin schlanke und effiziente Geschäftsabläufe im Fokus. Im Herbst werden die Staff Functions und Support Functions mit dem Ziel überprüft, die Kosten bis 2020 um zwei Milliarden SEK zu senken.

„Der Zeitplan für das Golf-Projekt ist abgesteckt, das heißt, wir sollten bis zum Jahresende einen genauen Plan darüber vorlegen können, wo wir diese Kosten herausnehmen werden und wie wir unsere Arbeitsweise in den Staff- und Support Functions ändern wollen. Dies wird in enger Zusammenarbeit mit dem Business erfolgen und ich denke, wir sind damit auf einem guten Weg“, so Dohler abschließend.

Anna Borg übernimmt die Aufgabe des CFO
Dieser Bericht über das dritte Quartal ist Stefan Dohlers letzte offizielle Aufgabe bei Vattenfall. Nach 20 Jahren im Unternehmen sucht er nun neue Herausforderungen und wird von Anna Borg, derzeit Head of BA Markets, abgelöst.

Videointerview mit Vattenfalls CEO Magnus Hall und CFO Stefan Dohler

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht über das dritte Quartal

Business Highlights, Juli–September 2017 (MIT IR ABZUSTIMMEN)

  • Wachstum im Bereich der Onshore-Windenergie mit Investitionsentscheidung für Wieringemeer (180 MW) und Übernahme des benachbarten Projekts Erweiterung Wieringermeer (115 MW)
  • Verbesserte Verfügbarkeit im Bereich Kernenergie und Abschluss von Jahresrevisionen
  • Start eines Programms zur Steigerung der Effizienz in Staff Functions (Kostensenkungsziel: zwei Milliarden SEK bis 2020)
  • Vorantreiben des Umstiegs auf Elektrofahrzeuge durch die Initiative EV100
  • Einführung von klimafreundlicheren Energielösungen: InHouse (SE), Haus-Strom (DE) und Verpachtung von Solarmodulen (DE, NL)

Finanzielle Entwicklung, Januar–September 2017

  • Der Nettoumsatz ging um fünf Prozent auf 96,8 Mrd. SEK (Vorjahr: 101,4 Mrd. SEK) zurück.
  • Das bereinigte Betriebsergebnis konnte auf 16,0 Mrd. SEK (Vorjahr: 14,6 Mrd. SEK) gesteigert werden.
  • Die Stromerzeugung belief sich auf 92,2 TWh (Vorjahr: 86,3 TWh).

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