VATTENFALL VERÖFFENTLICHT BERICHT ZU MENSCHENRECHTSRISIKEN IN KOLUMBIEN

Colombia Nach einem dreiwöchigen Due-Diligence-Audit im Frühjahr wurde nun ein umfassender Bericht mit Empfehlungen veröffentlicht.

Im März 2017 führte Vattenfall eine erweiterte Due-Diligence-Prüfung in Kolumbien durch, um zu untersuchen, ob unsere Kohlebeschaffungsaktivitäten in dem südamerikanischen Land möglicherweise mit Menschenrechtsrisiken einhergehen. Nun wurde ein zugehöriger Bericht mit Empfehlungen veröffentlicht.

Die dreiwöchige Prüfung vor Ort in Kolumbien wurde von zwei Vertretern der verantwortlichen Beschaffungs- und Nachhaltigkeitsabteilungen von Vattenfall durchgeführt. Vorrangiges Ziel war es zu ermitteln, ob innerhalb der Kohleversorgungskette des Unternehmens Risiken für Menschenrechtsverletzungen bestehen.

„Vattenfall ist der erste europäische Versorger, der eine derartige Risikoanalyse durchführt. Zahlreiche Stakeholder, darunter mehrere NGOs, haben positiv auf unsere Maßnahme reagiert“, sagt Annika Ramsköld, Head of Corporate Sustainability bei Vattenfall. „Wir sind uns der komplexen und schwierigen politischen wie sozialen Lage in Kolumbien voll und ganz bewusst. Dennoch glauben wir daran, dass wir mit Engagement und kontinuierlicher Verbesserung Brücken zwischen den lokalen Stakeholdern bauen können.“

Befragung von mehr als 50 Stakeholdern
Der umfassende Bericht mit dem Titel „A Human Rights Risk Assessment in Colombia“ (Eine Bewertung der Menschenrechtsrisiken in Kolumbien) basiert auf Interviews mit mehr als 50 Stakeholdern in Bogotá sowie den Provinzen Cesar, La Guajira und Magdalena. Neben Regierungsvertretern nahmen auch Vertreter von NGOs, Gewerkschaften, Gemeinden und Bergbauunternehmen an der Befragung teil.

„Diese Arbeit ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Engagement und Kooperation mit den Bergbauunternehmen in Kolumbien. Natürlich werden wir unseren Bericht, die Feststellungen und die Empfehlungen mit der europäischen Bettercoal-Initiative teilen, um unsere Zusammenarbeit für ein gemeinsames Vorgehen in Kolumbien fortzusetzen“, sagt Annika Ramsköld.

Im Mittelpunkt des Berichts stehen vier wesentliche Menschenrechtsrisiken: Arbeitnehmerrechte (Arbeitsgesundheit und Arbeitssicherheit sowie Vereinigungsfreiheit), Vertreibung und Landrückgabe im innerstaatlichen bewaffneten Konflikt, Zwangsumsiedlungen, sowie Auswirkungen auf die Gemeinden aus Umweltperspektive. 

Die Ergebnisse des Berichts werden zusammen mit den Bergbauunternehmen analysiert
Auf Grundlage der im Bericht zusammengetragenen Feststellungen wird Vattenfall spezielle Empfehlungen für die einzelnen Bergbauunternehmen aussprechen. Dabei wird Vattenfall die aktuellen Maßnahmen, Projekte und Prozesse der Unternehmen diskutieren, die infolge der Empfehlungen bereits eingeleitet wurden. Zudem ist Vattenfall bestrebt, sich mit den Unternehmen auf einen Aktionsplan für mögliche Verbesserungen zu einigen.

„Unsere Hauptverantwortung in der Kohleversorgungskette liegt auf unseren aktuellen und potenziellen Lieferanten. Aus diesem Grund messen wir dem Bericht bei unserem fortwährenden Dialog mit den Bergbauunternehmen eine hohe Bedeutung bei“, so Annika Ramsköld weiter.

„Wir haben festgestellt, dass die Unternehmen hinsichtlich der meisten unserer Empfehlungen bereits Maßnahmen ergriffen sowie entsprechende Projekte und Prozesse eingeleitet haben. Darüber hinaus bestehen jedoch einige Risiken fort. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Unternehmen Aktionspläne zu erarbeiten, um diese Risiken anzugehen. Sollten wir jedoch zu dem Entschluss kommen, dass ein betreffendes Unternehmen einen vereinbarten Aktionsplan nicht innerhalb angemessener Fristen umgesetzt bzw. erfüllt hat, behalten wir uns vor, die Zusammenarbeit auszusetzen, bis erforderliche Verbesserungen erzielt wurden.“

Vattenfall wird den befragten Stakeholdern aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten zukommen lassen und diese zudem auf der Unternehmenswebsite veröffentlichen. Um die Transparenz in der Kohleversorgungskette zu erhöhen, hat Vattenfall damit begonnen, eine vollständige Liste direkter Kohlelieferanten seiner Kraftwerke zu veröffentlichen: 

Vattenfall’s Hard Coal Procurement Explained (eng)

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