TEILNAHME DES NUON SOLAR TEAM AN BRIDGESTONE WORLD SOLAR CHALLENGE UNSICHER

NIEDERLANDE  Akku kann vielleicht nicht nach Australien, Team arbeitet an Plan B.

Das Nuon Solar Team in ernsthaften Schwierigkeiten: für das Solarfahrzeug wichtiger handgearbeiteter Akku steckt in Singapur fest.

Alle Bemühungen, den Akku nach Australien zu transportieren, verlaufen äußerst schwierig, da die Fluggesellschaften aufgrund von Unfällen mit Batterien von Telefonen in der jüngsten Vergangenheit eher zögern, Nicht-Standard-Batterien in einem Flugzeug zu transportieren. Dies gilt sogar dann, wenn diese – wie in unserem Fall – nicht geladen sind. Die Team-Mitglieder aus Delft haben daher bereits mit der Entwicklung von Plan B begonnen: dem Bau eines neuen Akkus vor Ort.

Die Zeitverzögerung durch den Akku ist problematisch. Ohne Batterie kann das Nuon Solar Team nicht an der Bridgestone World Solar Challenge teilnehmen, die am 8. Oktober stattfindet. Die Team-Mitglieder setzen zurzeit noch alles daran, eine Transportroute für die Batterie von Singapur nach Darwin zu finden. Daneben gibt es einen Notfallplan: Das Team bestellt spezielle Bauteile in Japan, damit falls erforderlich vor Ort eine neue Batterie gebaut werden kann. Da das Rennen in weniger als einem Monat stattfindet, gestaltet sich die Teilnahme für das Team aus Delft wirklich spannend.

Alternative Transportroute
„Obwohl wir mit ganzer Kraft an zwei möglichen Lösungen arbeiten, beinhalten beide Optionen Risiken“, erläutert Teamleiter Sander Koot. „Wir suchen nach einer Transportroute, auf der wir die Batterie von Singapur nach Darwin schaffen können. Das klappt vielleicht noch, aber die Transportroute nimmt sowieso viel Zeit in Anspruch und es kann in vielerlei Hinsicht zu Schwierigkeiten kommen.“ Dabei hat es das Team bereits viel Mühe gekostet, die Batterie über Moskau nach Singapur zu schaffen. „Eine Möglichkeit stellt nun der Transport auf der Straße nach Kuala Lumpur mit anschließendem Flug nach Sydney dar, wobei der Akku danach wieder auf der Straße nach Darwin transportiert werden müsste. Dies wird auch im besten Fall spannend, da wir nach der Ankunft noch umfangreiche Tests durchführen müssen.“

Nicht Starten ist ausgeschlossen
Wenn der Akku nicht rechtzeitig eintrifft, tritt Plan B in Kraft. „Wir lassen jetzt auch die Bauteile für eine neue Batterie aus Japan nach Darwin liefern, um vor Ort eine neue Batterie bauen zu können. Das ist ebenfalls zeitaufwendig, aber was sein muss, muss sein. Nicht Starten ist für absolut ausgeschlossen“, bekräftigt Sander. „Es tut gut zu sehen, dass alle mit vollem Einsatz daran arbeiten, dieses Problem zu beheben, insbesondere unser Hauptsponsor und die Universität.“

Rückschläge nichts Neues
Für das Nuon Solar Team sind Rückschläge nichts Neues. Während der Bridgestone World Solar Challenge des Jahres 2013 sorgten ernste Probleme mit der Radaufhängung dafür, dass das Team beinahe nicht an den Start gehen konnte. Diese Probleme konnten erst in der letzten Woche in zahlreichen Nachtschichten und durch gemeinsame Anstrengungen behoben werden. Letztendlich ging der Nuna7 als Sieger über die Ziellinie. Im Jahr 2009 war die Situation noch dramatischer: Der Nuna5 hatte während einer Probefahrt einen Unfall und musste in einer Woche praktisch neu gebaut werden, einschließlich einer improvisierten Nase aus Holz. Der Nuna5 landete damals als zweiter hinter dem Tokai aus Japan; auf den ersten Blick eine Enttäuschung, in Wirklichkeit aber das großartigste Ergebnis in der Geschichte des Teams.

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