VATTENFALL SCHLÄGT EINEN NEUEN MECHANISMUS ZUM SCHUTZ DES EUROPÄISCHEN EMISSIONSHANDELS VOR

Group Vattenfall hat gemeinsam mit Fortum und Statkraft einen Vorschlag zur Behebung von Mängeln am EU - Emissionsrechtehandelssystem erarbeitet.

Das Emissionshandelssystem der EU (EU-EHS) hat seit Langem mit einem hohen Überschuss an Emissionsrechten zu kämpfen. Das hatzur Folge, dass der CO2-Preis nicht hoch genug ist, um dem Markt einen Anreiz zur Umstellung des Energiesystems gemäß den Zielen des Pariser Abkommens zu bieten. Laut einer neuen Studie des Beratungsunternehmens Pöyry, die von Vattenfall, dem finnischen Unternehmen Fortum und dem norwegischen Unternehmen Statkraft in Auftrag gegeben wurde, ist der Überschuss größtenteils darauf zurückzuführen, dass die Mitgliedstaaten der EU eigene Ziele festgelegt haben, was sich auf die Emissionen auswirkt. Das System der EU, wie es gegenwärtig ausgelegt ist, kann das nicht managen.

„Wir befürworten viele der Reformen, die derzeit im Rahmen der EU-EHS-Richtlinie umgesetzt werden. Ganz besonders die Maßnahmen, die darauf abzielen, einen wesentlichen Teil des Überschusses an Emissionsrechten, der sich bis zum heutigen Tag angesammelt hat, zu reduzieren“, sagt Erik Filipsson, Policy Advisor bei Vattenfall.

Mechanismus fehlt gegenwärtig
Was jedoch fehlt, ist eine zukunftsweisende Lösung und ein integrierter Mechanismus, der direkt die Anzahl der Emissionsrechte im Verhältnis zu den auf internationaler Ebene umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen reguliert. Erik Filipsson nennt ein Beispiel:

„Gehen wir einmal davon aus, dass ein Land beschließt, eine gewisse Anzahl von Kohlenkraftwerken stillzulegen. Die Menge an CO2, die lokal weniger emittiert wird, wirkt sich mit dem aktuellen System aber nicht direkt auf die CO2-Menge aus, die gemäß dem Emissionsrechtehandelssystem emittiert werden darf. Die Anzahl der in Umlauf befindlichen Emissionsrechte steigt somit auf ein zu hohes Niveau an, woraufhin der Preis für die Emissionsrechte fällt und nicht mehr die beabsichtigte Wirkung entfalten kann. Das bedeutet paradoxerweise also, dass ein weniger ehrgeiziger EU-Mitgliedstaat seine Emissionen aufgrund der von anderen Ländern erbrachten Anstrengungen erhöhen kann, solange die gemeinsam gesetzten EU-Gesamtziele erreicht werden.“

Vorschlag für eine automatische Regulierung
Durch den Mechanismus, den Vattenfall und die anderen zwei skandinavischen Energieunternehmen jetzt erarbeitet haben, könnte eine automatische Regulierung der Emissionsrechte im Verhältnis zu den realen Emissionen erfolgen.

„Sobald ein Land seine Emissionen verringert, soll dies in einem zentralen Register dokumentiert werden, sodass die jeweilige Menge an Emissionsrechten bei künftigen Auktionen nicht mehr zur Verfügung steht. Auf diese Weise entfaltet eine nationale Maßnahme auch eine Wirkung im Großen, und es wird verhindert, dass andere Steuerungsinstrumente das EU-EHS untergraben. Darüber  hinaus wird erreicht, dass der Preis für die Emissionszertifikate einen echten Anreiz bietet, in klimafreundliche Energien zu investieren“, erklärt Erik Filipsson.

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