SKANDINAVIEN-PREMIERE FÜR ELEKTROBUS MIT KABELLOSEM SCHNELLLADEN

SCHWEDEN Heute wurde die erste Linie mit Elektrobussen in Skandinavien in Betrieb genommen. Auf dieser Linie wird der Bus kabellos an der Haltestation aufgeladen. Der Elektrohybridbus soll im regulären Personennahverkehr in Södertälje eingesetzt werden und von den Passagieren unbemerkt an der von Vattenfall betriebenen Ladestation aufgeladen werden.

Die Buslinie wurde von der schwedischen Umweltministerin Karolina Skog und Vattenfalls CEO Magnus Hall eingeweiht. Vattenfall ist für die Installation und den Betrieb der Ladestationen, welche die Elektrohybridbusse mit Strom aus 100 Prozent Windkraft versorgen, zuständig.

Kabelloses Laden an der Haltestelle bedeutet, dass der Bus über einem im Boden verborgenen Ladesegment anhält, wo er dann automatisch per Induktion aufgeladen wird. Es handelt sich hierbei um das gleiche Prinzip, das beispielsweise auch bei Induktionsherden und elektrischen Zahnbürsten genutzt wird. In nur sieben Minuten wird der Elektrohybridbus aufgeladen, sodass er die gesamte, zehn Kilometer lange Strecke der Buslinie fahren kann.

Nach der Inbetriebnahme am 7. Dezember 2016 beginnt ein einjähriges Nachfolgeprogramm des F&E-Projektes, das im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen dem Fahrzeughersteller Scania, Vattenfall, dem öffentlichen Personennahverkehrsbetreiber SL, der Königlich Technischen Hochschule und der Gemeinde Södertälje durchgeführt wird. Das Projekt wird von der schwedischen Energiebehörde finanziell gefördert.

„Diese Zusammenarbeit ist ein konkretes Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie von Vattenfall. Die fortschreitende Elektrifizierung des Verkehrssektors ist einer der wichtigsten Beiträge zu einem klimaneutralen Schweden. Vor mehr als hundert Jahren hat Vattenfall Schweden und den Eisenbahnverkehr elektrifiziert, und jetzt elektrifizieren wir den Straßenverkehr“, sagt Magnus Hall, CEO von Vattenfall.

Es ist das erste Mal, dass in Skandinavien ein Elektrohybridbus, der kabellos an einer Haltestation aufgeladen wird, im regulären Personennahverkehr eingesetzt wird. Die Ladestation befindet sich an der Endhaltestelle der Linie 755, beim wissenschaftlichen Museum Tom Tits Experiment in Södertälje.

Verringerte Kohlendioxidemissionen
„Vattenfall unterstützt voll und ganz die Zielsetzung der Emissionsreduktion im Verkehrssektor, und eine der zukünftigen Aufgaben von Vattenfall wird darin bestehen, kundenspezifische Ladelösungen für Elektrobusse anzubieten“, erklärt Magnus Hall.

Durch das Projekt soll unter anderem das große Potenzial zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz aufgezeigt werden, das im Verkehrssektor schlummert. Wenn der Elektrohybridbus mit Windkraft angetrieben wird, können die Kohlendioxidemissionen um etwa 98 Prozent verringert werden, und die Energieeffizienz beträgt rund 70 Prozent im Vergleich zu einem herkömmlichen, mit Diesel angetriebenen Bus.

„Die in diesem Projekte gemachten Erfahrungen sind wichtig für die Zukunft des Personennahverkehrs. Das gilt sowohl für die Erprobung der Versorgungssicherheit der Technik als auch die Rückmeldungen der verschiedenen Stakeholder. Die Elektrobusse, die kabellos aufgeladen werden, tragen sowohl zu einer erheblichen Verringerung der Emissionen als auch weniger Verkehrslärm in städtischen Lebensräumen bei“, sagt Johan Tollin, der an dem Projekt als Vertreter von Vattenfall teilnimmt und bei Vattenfall für Forschung und Entwicklung im Bereich E-Mobility verantwortlich ist.

Fakten:

  • Das Projekt in Södertälje ist das erste seiner Art in Skandinavien, bei dem ein induktiv aufgeladener Elektrohybridbus im regulären Linienverkehr eingesetzt wird. Der Bus kann auf der gesamten Strecke der Linie mit Strom angetrieben werden; auf längeren Strecken kann er aber auch mit Biodiesel gefahren werden.
  • Der Elektrohybridbus wird die bestehende Linie 755 zwischen der S-Bahn-Station Södertälje Süd und dem Science Centre Tom Tits Experiment befahren, also eine Strecke von circa zehn Kilometern (hin und zurück).
  • Das kabellose Laden erfolgt über ein Ladesegment, das sich an der Haltestelle unter der Fahrbahn befindet, und einem unter dem Boden des Busses montierten Empfänger. Die Kapazität der Ladestation beträgt 200 kW.
  • Das kabellose Laden an der Haltestelle ist ein Kooperationsprojekt von Scania, der Gemeinde Södertälje, KTH, SL und Vattenfall. Die Energiebehörde unterstützt das Projekt mit Finanzmitteln in Höhe von 8,5 Millionen SEK.
  • Schweden hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 über eine fossilfreie Fahrzeugflotte zu verfügen. Die Elektrifizierung des öffentlichen Personenverkehrs ist ein wichtiger Teil dieser Zielsetzung. 

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