NOT-ESSENSRATIONEN VON WINDTURBINEN AN HILFSORGANISATION FÜR OBDACHLOSE GESPENDET

DÄNEMARK Vattenfall spendet 4.000 Not-Essensportionen des Offshore-Windparks DanTysk an eine Hilfsorganisation für Obdachlose.

Irgendjemand muss das ganze Essen doch brauchen können, aber wer?“ Das war die erste Frage, die sich der Service Leader von Vattenfalls Offshore-Windpark DanTysk, Jason Davidsen, gestellt hat, als er vor die Aufgabe gestellt wurde, die Notfall-Essens- und Wasservorräte des Windparks aufzufrischen.

„Die Verschwendung von Lebensmitteln widerstrebt mir grundsätzlich, und ich bin auch gegen die Vernichtung von Lebensmitteln. Deshalb versuchte ich, eine alternative Verwendungsmöglichkeit für die vielen Beutel mit gutem Essen und Wasser zu finden. Ich stieß auf die Hilfsorganisation „De Hjemløses Venner“ (Freunde der Obdachlosen) in Esbjerg, die mit Obdachlosen und sozial ausgegrenzten Personen in der Gegend arbeitet. Als ich sie ansprach, nahmen sie die Spende ohne Umschweife an. Sie holten das Essen und das Wasser aus unserem Lager ab und verteilten es an Menschen, die nicht so mit Wohlstand gesegnet sind“, erzählt Davidsen.

Jason Davidsen mit dem vollständigen Notfall-Kit, das mit Lebensmitteln und Wasser sowie neuen Batterien für elektrische Anlagen nachgefüllt werden muss und insgesamt einer gründlichen Inspektion unterzogen wird, bevor es wieder zurück auf die Nordsee gebracht wird.

Vollständiges Notfall-Kit in jeder Windturbine
Insgesamt lagern die Turbinen im Offshore-Windpark DanTysk um die 5.000 Portionen gefriergetrockneten Essens und 5.500 Beutel mit Wasser ein, deren Verfallsdatum langsam näher rückt und die deswegen ersetzt werden müssen. Sie gehören zu einem Notfall-Kit, das in Fässern in jeder Turbine des Windparks DanTysk bereitsteht und zum Einsatz kommt, wenn Techniker die Turbine nicht verlassen können, sei es wegen plötzlichen Wetterumschwungs oder aufgrund eines Defekts auf dem Zubringerschiff.

 „Glücklicherweise kommt es äußerst selten vor, dass Servicetechniker die Turbine nicht verlassen können. Aber wenn es doch einmal vorkommt, müssen sechs Personen vier Tage lang auf der Turbine von den Vorräten im Notfall-Kit leben können“, sagt Davidsen.

Das Kit beinhaltet auch ein Notfall-Radio, Schlafsäcke und Isoliermatten, eine Trockentoilette, einen Feldkocher, Teller und Besteck, Sturmstreichhölzer, Signalraketen und eine Signalpistole. Ok, die Liste ist endlos – inklusive Spielkarten, mit denen die Leute sich die Zeit vertreiben können.

Das Notfall-Kit beinhaltet unter anderem Lebensmittel- und Wasservorräte, ein Notfall-Funkgerät, Schlafsäcke, Isoliermatten, eine Trockentoilette, einen Feldkocher, Teller und Besteck, Sturmstreichhölzer, Signalraketen, eine Signalpistole und ein Kartenspiel.

Erste Essensportionen bereits an sozial ausgegrenzte Menschen ausgegeben

Ende Mai holte die Esbjerger Obdachlosenhilfsorganisation die ersten Beutel mit Lebensmitteln und Wasser ab, und laut der Geschäftsführerin der Organisation, Ingelise Wenzel, wurden sie bereits am selben Nachmittag verteilt.

„Es ist jetzt Monatsende und viele der Menschen, die in schwierigen Umständen leben, haben kein Geld mehr für Essen. Die Sozialhilfe reicht oft nicht und die Mahlzeiten, die wir verteilt haben, helfen ihnen, den Rest des Monats über die Runden zu kommen“, sagt Wenzel.

Wenzel ist zuversichtlich, dass „De Hjemløses Venner“ die Essensbeutel mühelos verwenden kann, insbesondere, weil sie regelmäßig kommen.

„Wir sind unglaublich froh, dass Jason und Vattenfall diese Initiative ins Leben gerufen haben. Es ist so wichtig, dass Unternehmen soziale Verantwortung in der Gemeinschaft vor Ort übernehmen“, sagt Wenzel abschließend.

Weitere Informationen:
Jydske Vestkysten
Avisen.dk

7½ Stunden unfreiwillig in einer Windturbine in der NordseeDer deutsche Servicetechniker René Peters ist einer der wenigen Menschen, die schon einmal unfreiwillig auf einer der Turbinen im Offshore-Windpark DanTysk bleiben mussten. Er arbeitet schon seit 14 Jahren in der Windbranche, die letzten beiden Jahre davon für Vattenfall. 

René Peters erinnert sich noch an den Tag. Er blieb mit zwei Kollegen von Siemens in einer Windturbine in der Nordsee stecken. Das war im Januar 2016.

„Man macht immer Scherze darüber, dass man in einer Windturbine stecken bleibt, wenn beispielsweise neue Servicetechniker zum Team stoßen. Aber in Wahrheit geschieht es äußerst selten, dass man eine Turbine nicht verlassen kann.“

Eine halbe Stunde, bevor uns das Schiff um 17.30 abholen sollte, erfuhren wir über Funk, dass das Zubringerschiff einen Defekt an der Ruderanlage hatte und keine anderen Schiffe in der Nähe waren, die uns abholen und zurück ins Hotel hätten bringen können. Eine Stunde später war das Wetter umgeschlagen, und in der Wettervorhersage war die Rede von drei Tagen schlechten Wetters. Wir hofften natürlich, die Plattform noch verlassen zu können, bevor das Wetter zu schlecht würde. Vielleicht mit dem Hubschrauber.

Es wurde auch kalt. Es gab keine Wärme, weil die Turbine nicht funktionierte, also verließen wir das Maschinenhaus und stiegen ab in den Turmfuß, zu den Fässern mit den Notvorräten. Wir holten uns Schlafsäcke; Isoliermatten und den Camping-Kocher, damit wir uns etwas Essen zubereiten konnten. Auf der Speisekarte standen Chili con Carne, Hühnchen oder Schweinefleisch mit Reis oder Nudeln. Es schmeckte richtig gut.

Wir nehmen immer einen WLAN-Router mit zur Turbine, damit wir Informationen, Berichte und andere für unsere Arbeit erforderliche Informationen senden und empfangen können. Das war für uns in diesem Fall sehr praktisch, denn wir konnten auf Facebook nachschauen und unsere E-Mails lesen. Den Rest der Zeit plauderten wir über dies und das.

Glücklicherweise gelang es, das Schiff zu reparieren, und es konnte uns gegen 1 Uhr morgens zurück zur Hotelplattform bringen. Wir hatten Glück, dass wir keinen Sturm hatten wie letzte Weihnachten, mit 17 Meter hohen Brechern, bei dem man nicht mal nach draußen auf die Hotelplattform durfte.

Bei all dem ist uns klar geworden, wie wichtig die Notvorräte sind und dass sich jemand über deren Inhalt und Bestandteile richtig Gedanken gemacht hat.“

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