MIT DER AUGMENTED REALITY-TECHNOLOGIE WIRD DAS ARBEITEN IN EINER VÖLLIG NEUEN DIMENSION ERLEBT

Schweden Mithilfe einer speziellen Computerbrille sehen Sie die Welt um sich herum, gleichzeitig werden jedoch auch virtuelle Gegenstände hinzugefügt, die das Bild ergänzen. Ist das die Arbeitsweise der Zukunft?

Im Forschungslabor von Vattenfall in Älvkarleby gibt uns Magnus Strömbrink, Forschungsingenieur bei Research & Development, einen Vorgeschmack auf die Zukunft.

„Die Technologie nennt sich Augmented Reality – erweiterte Realität – und könnte unsere Arbeitsweisen, unter anderem die der Servicetechniker, fundamental verändern“, sagt er.

Hologramme setzen der Wirklichkeit noch eins drauf
Der Durchbruch des Handyspiels Pokémon Go hat Millionen von Menschen die Augen für die Möglichkeiten der Augmented Reality (AR) geöffnet. Wer Pokémon spielt, sieht ein Abbild der Wirklichkeit um sich herum in seinem Smartphone, allerdings mit zusätzlich hinzugefügten Objekten. Diese Objekte sind computergenerierte Pokémon-Figuren, die in der Umgebung erscheinen.

Wenn Magnus Strömbrink seine Datenbrille aufsetzt, erhält er ergänzende virtuelle Informationen zum Modell des Kraftwerks Lilla Edet.

Hierbei kommt das gleiche Prinzip zum Tragen wie bei der Brille, die Magnus Strömbrink und seine Kollegen in ihrem Pilotprojekt einsetzen. Das Forscherteam hat eine Demonstrationsplattform entwickelt, die von dem physischen Modell des Wasserkraftwerks Lilla Edet ausgeht, das im Labor in Älvkarleby steht. Wenn der Betrachter das Modell durch die Brille ansieht, werden noch holografische Bilder hinzugefügt, die das Bild ergänzen.

„Auch wenn man sich im Raum bewegt, stehen die computergenerierten Objekte absolut still. Man kann herumgehen und sie von verschiedenen Seiten aus betrachten“, erklärt Magnus Strömbrink.

Mit der Technologie ist es beispielsweise möglich, Brücken oder andere Gebäude, die noch gar nicht gebaut wurden, zu visualisieren, um zu sehen, wie diese sich in die reale Umgebung einfügen würden.

Bedienungsanleitungen werden überflüssig
Die Technologie kann auch dazu verwendet werden, um Informationen darüber einzuholen, was der Anwender gerade betrachtet.

„Nehmen wir einmal an, dass ein Servicetechniker diese Art von Brille trägt und seinen Blick auf die Pumpe richtet, die er untersuchen soll. Es könnten dann zum Beispiel Informationen über die Leistung der Pumpe, ihren Aufbau, ihren Servicestatus usw. in der Brille eingeblendet werden“, sagt Magnus Strömbrink.

Die Brille verstärkt reale Eindrücke mit  Bildern und  Informationen und ermöglicht so ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise von Dingen oder zeigt auf, wie ein imaginäres Gebäude in Wirklichkeit aussehen könnte.

„Oder vielleicht eine dreidimensionale Explosionszeichnung der Konstruktionsweise der Pumpe: Wenn der Servicetechniker unsicher ist, wie er bei seinen Wartungsmaßnahmen vorgehen soll, kann er sich mit seinen Kollegen verbinden, die sich dann das gleiche Bild ansehen und ihn beraten können. Der Techniker hat zudem beide Hände frei, wenn er arbeitet“, sagt Magnus und ist  der Meinung, dass die Ära der Bedienungshandbücher bald ihrem Ende zugeht.

Bislang sind jedoch weder die Technologie noch die Grafik ausgereift.

„Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass die Technologie billiger, besser und leichter werden wird, was uns den Eintritt in eine völlig neuartige Realität ermöglicht – und sicherlich auch neue Anwendungsbereiche mit sich bringt“, erklärt Magnus Strömbrink.

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