MERKEL IM GESPRÄCH ÜBER E-HIGHWAY-PROJEKTE MIT SCHWEDEN

Schweden Elektrifizierte Straßen für Lastkraftwagen könnten durch eine deutsch-schwedische Zusammenarbeit Wirklichkeit werden. Vattenfall trägt mit einem weltweit einzigartigen Projekt zur Entwicklung auf diesem Gebiet bei.

Im Güterkraftverkehr werden 90 Prozent der eingesetzten Fahrzeuge mit fossilen Kraftstoffen betrieben. Daher richten die Politiker nun ihr Interesse auf elektrifizierte Straßen, vorrangig für Lastkraftwagen, um die Auswirkungen auf das Klima einzuschränken.

Beim Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Stockholm in dieser Woche hob der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven hervor, dass die Konstruktion von E-Highways ein gutes Beispiel für eine innovative Entwicklung sei, die von Schweden und Deutschland gemeinsam vorangetrieben werden könne. Auch Vattenfall ist in diesem Bereich tätig.

 „Die Technologieentwicklung schreitet rasch voran, und wir wollen eine Ladeinfrastruktur für alle Arten von Straßenfahrzeugen anbieten können, auch für schwere Lastwagen. Wir wollen dabei sein, wenn Lösungen entwickelt werden, die es heute noch nicht gibt. Deshalb nehmen wir an einem weltweit einzigartigen Projekt teil, das eine Alternative zu der bisher vorgestellten Lösung mit Kontaktleitungen darstellen könnte“, sagt Johan Tollin, der bei Vattenfall für Forschung und Entwicklung im Bereich E-Mobility verantwortlich ist.

Einzigartige Projekte
In Schweden sind zwei einzigartige Projekte zur Entwicklung von elektrifizierten Straßen in die Innovationsausschreibung der Behörde Trafikverket aufgenommen worden, in deren Rahmen verschiedene Lösungen entwickelt und getestet werden sollen. Bereits im Vorjahr wurde eine zwei Kilometer lange Strecke auf der Autobahn E16 zwischen Sandviken und Gävle eingeweiht. Die Lösung besteht aus einer Art Kontaktleitung über der Straße und einem auf dem Lastkraftwagen angebrachten Stromabnehmer, was an die Technik erinnert, die vor langer Zeit bei Zügen und Straßenbahnen zum Einsatz kam. In Deutschland werden zwei Testrecken mit einer Länge von jeweils zwölf Kilometern auf bestehenden Autobahnen mit der gleichen Technik ausgestattet werden. Sie sollen 2018 in Betrieb genommen werden.

Eine andere, in Schweden entwickelte, neuartige Technik soll ab Herbst 2017 auf einer öffentlichen Landstraße nördlich von Stockholm in der Nähe des Flughafens Arlanda getestet werden.

 „Wir sind als Partner an einem Entwicklungsprojekt namens eRoad Arlanda beteiligt, in dessen Rahmen eine weltweit einzigartige und neu entwickelte Technologie mit einer in die Fahrbahn eingelassenen Stromschiene zum Einsatz kommt. Die Planung sieht vor, im Herbst eine zwei Kilometer lange Teststrecke in Betrieb zu nehmen; dabei soll ein strombetriebener Lastwagen Güter zwischen dem Frachtterminal in Rosersberg und dem Flughafen Arlanda transportieren“, sagt Johan Tollin.
Diese neuartige Technik bietet den Vorteil, dass sie von allen strombetriebenen Fahrzeugtypen verwendet werden könnte, nicht nur von Lastwagen. Darüber hinaus entfallen die sichtbaren Oberleitungen an den Straßen.

 „Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, unterschiedliche Typen der Stromzufuhr für elektrifizierte Straßen zu entwickeln und zu beurteilen. Alle Technologien haben sowohl Vor- als auch Nachteile, weshalb sie natürlich während eines längeren Zeitraums im praktischen Betrieb und bei unterschiedlichen Wetter- und Straßenverhältnissen getestet werden müssen“, so Johan Tollin.

Verschiedene Lösungen
Strombetriebene Lastkraftwagen können mit der gegenwärtig verfügbaren Technik und Batteriekapazität nur kurze Strecken fahren. Daher wurden nun an mehreren Orten der Welt elektrifizierte Straßen entwickelt, die unterschiedliche Lösungen für die Stromversorgung von strombetriebenen Lastwagen und das Laden der Batterien während der Fahrt bereithalten. Mittelfristig könnte daher das kabellose, induktive Laden zu einer Alternative werden, obwohl es derzeit noch als zu teuer erachtet wird, die dafür notwendige Infrastruktur in größerem Maßstab aufzubauen.

Vattenfall arbeitet bereits seit mehreren Jahren am Ausbau der Ladeinfrastruktur für PKW und leichte Nutzfahrzeuge in Schweden, Deutschland und den Niederlanden. Unter anderem mit einem Pilotprojekt zum kabellosen induktiven Laden. Auf dem Gebiet des Busverkehrs nimmt Vattenfall in Schweden an einem Forschungsprojekt teil, das sich mit dem Laden an den Endhaltestationen auseinandersetzt, welches sowohl konduktiv über einen Stromabnehmer als auch kabellos mittels induktiver Ladetechnik erfolgen kann.

 „Die LKW-Hersteller entwickeln und bewerten derzeit Technologien mit Verbrennungsmotoren für Biokraftstoffe, aber auch den Elektroantrieb mit Batterien oder alternativ den Antrieb mit Wasserstoffgas als Kraftstoff. Es ist noch zu früh, um zu sagen, welche Lösung sich durchsetzen wird, aber wir bringen uns natürlich gerne ein, wenn es darum geht, die E-Highways der Zukunft zu entwickeln und zu bauen, zum Beispiel auf der E4 zwischen Schweden und Deutschland“, sagt Johan Tollin.

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