HALL UND VIKLUND SPRACHEN AUF DEM ENERGIEGIPFEL DER IEA

Paris Zwei EGM-Mitglieder von Vattenfall besuchten die zweitägige Konferenz der Internationalen Energieagentur (IEA, International Energy Agency) in Paris.

CEO Magnus Hall war im Rahmen der Ministerkonferenz der IEA, die vom 7. bis 8. November in Paris stattfand, eingeladen, beim Dinner am Dienstagabend eine Rede zu halten. Bei diesem Anlass sprachen noch zwei weitere prominente Persönlichkeiten: Rick Perry und Rajkumar Singh, die Energieminister der USA bzw. von Indien.

Zu den Gästen zählten Minister aus den 29 Mitgliedstaaten sowie Führungskräfte aus einigen der weltweit führenden Unternehmen aus dem Industrie-, Energie- und Finanzsektor.

Worüber haben Sie in Ihrer Rede gesprochen?
„Ich habe erläutert, inwiefern wir die Elektrifizierung als Möglichkeit zur Bekämpfung des Klimawandels betrachten. Dies gilt für das Transportwesen, den Wärmesektor und nicht zuletzt die Schwerindustrie, was wir über unsere industrielle Kooperation zur Förderung von CO2-freiem Stahl, Zement und Biodiesel zeigen“, sagt Hall.

Wie wurden Ihre Aussagen aufgenommen?
„Da ich meine Rede im Rahmen eines Dinners gehalten habe, gab es keine direkte Diskussion. Doch das, was ich gesagt habe, hat großen Anklang gefunden, insbesondere bei denjenigen, die meine Meinung teilen. Natürlich sehen die großen Ölkonzerne, die ebenfalls anwesend waren, die Zukunft anders als wir und die anderen strombasierten Unternehmen. Einige von ihnen tun sich noch immer schwer damit, zu akzeptieren, was wir präsentieren – und das verstehe ich. Gleichzeitig ändert dies nichts an unserer Überzeugung, dass dies der Weg ist, den wir gehen werden.“

Auch Ross Perry, Energieminister der USA, sprach bei dem Dinner. Er vertritt im Hinblick auf den Klimawandel eine etwas andere Sichtweise. Was hat er gesagt?
„Perry hat nichts über den Klimawandel gesagt, was wir vielleicht hätten erwarten können. Stattdessen sprach er über die Energiewende und dass die Amerikaner ihre Investitionen in erneuerbare Energien trotzdem stark intensivieren werden, jedoch nicht im Kontext des Klimawandels und auf die Art und Weise, wie wir es tun.“

Inwiefern betrifft eine solche Konferenz Vattenfall?
„Ich bin mir nicht sicher, ob die Konferenz für Vattenfall wirklich von großer Bedeutung ist. Ich habe jedoch definitiv ein besseres Verständnis dafür gewonnen, wie die verschiedenen Länder den unterschiedlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende begegnen. Dies ändert nichts an meiner Überzeugung. Doch wir müssen auch einen realistischen Blick auf unser Geschäft und das politische Umfeld haben und entsprechend reagieren. Mir ist durchaus klar, dass es Parteien gibt, die unsere Ansicht, dass fossilfreie Energie die einzige Lösung darstellt, nicht teilen – und das ist nicht nur die USA. Dagegen verfolgen wir in Europa immer noch mehr oder weniger dieselbe Agenda, auch wenn der Weg nach vorn mitunter anders aussehen mag.“

Magnus Hall beschreibt die IEA-Konferenz als eine gute Möglichkeit, Kontakte mit wichtigen Interessenten zu knüpfen:

„Ich habe mehrere Energieminister von Ländern getroffen, die für uns von Interesse sind. Vattenfall genießt ganz klar einen guten Ruf. Auch wenn wir im Zusammenhang mit der IEA bisher noch nicht so aktiv waren, kann es gut und gerne sein, dass wir zur nächsten Konferenz in zwei Jahren wieder eingeladen werden. Schließlich ist man der Ansicht, dass wir über eine gute und interessante Agenda verfügen, die es sich in diesen Kontext aufzunehmen lohnt“, erklärt er.

Vielfältigkeitsthematik bei Nebenveranstaltung im Fokus
Während der IEA-Ministerkonferenz fand am Dienstagmorgen eine Nebenveranstaltung mit dem Titel Women in Clean Energy statt. Mit dieser sollte unter den Entscheidungsträgern Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie wichtig es ist, den Frauenanteil im Energiesektor zu erhöhen. Der Gesamtanteil von Frauen in der Industrie ist momentan sehr gering. Die IEA hat eine spezielle Initiative ins Leben gerufen, Clean Energy Education and Empowerment (C3E), die als internationale Plattform zur Förderung von mehr Vielfalt fungieren und mit der Frauen dazu ermutigt werden sollen, eine Karriere im Energiesektor anzustreben.

Annika Viklund, Head of Vattenfall Distribution und ehemaliger Diversity & Inclusion Officer bei Vattenfall, ist Botschafterin des C3E-Programms und hielt bei Women in Clean Energy eine Einführungsrede:

„Ich habe betont, dass der Wandel dem wir gegenüberstehen, um  die Energiewende zu ermöglichen,  das Einbeziehen jedes einzelnen in der Gesellschaft erfordert, insbesondere beider Geschlechter. Dies ist etwas, das wir gemeinsam angehen müssen. Es liegt heute klar auf der Hand, dass es ein echtes internationales Engagement gibt und die Industrie verstanden hat, dass mehr Frauen eingebunden werden müssen, sowohl im Allgemeinen als auch in Führungspositionen“, sagt sie.

Wie schneidet Vattenfall in dieser Hinsicht im Vergleich zu anderen Energieunternehmen ab?
„Vattenfall beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Vielfältigkeitsthemen und wird in der Industrie  weithin als Wegbereiter wahrgenommen. Doch wir haben mit unserem CEO Magnus Hall, der sich dieser Sache sehr verpflichtet fühlt, auch einen starken Befürworter für Geschlechtergleichheit und Vielfalt. Und wir haben einen Energieminister, der sich selbst als Teil einer feministischen Regierung beschreibt, welche sich sehr für Geschlechtergleichheit einsetzt. Es motiviert natürlich sehr, wenn wir von anderen Anerkennung für unsere Arbeit erhalten, doch das heißt noch lange nicht, dass wir mit unseren Bemühungen nachlassen können. Im Gegenteil: Wir werden sie weiter intensivieren“, meint Viklund.

Auch Magnus Hall hat an der Nebenveranstaltung am Dienstagmorgen teilgenommen:

„Ich habe herausgestellt, dass die Entscheidung, auf eine größere Vielfalt hinzuarbeiten, eine geschäftliche ist. Unserer Ansicht nach trägt Vielfalt dazu bei, dass wir in unserer Tätigkeit besser werden. Dies war für viele Leute in der Öffentlichkeit eine völlig neue Betrachtungsweise und wurde sehr positiv aufgenommen“, berichtet Hall.

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