GROSSE SOLARFARMEN VERFÜGEN ÜBER HOHES WACHSTUMSPOTENZIAL

Niederlanden Solarenergieprojekte mit einer Kapazität von mehr als 200 MW befinden sich in den Niederlanden bereits in der Entwicklungsphase.

„Jetzt arbeiten wir an der Ausdehnung in andere Länder. Die Pilotphase für Solarenergie und Batteriespeicher ist schon lange abgeschlossen. Investitionsbeträge sind erheblich gesunken und diese Form der nachhaltigen Energieerzeugung hat das Potenzial zum starken Wachstum", erklärt Margit Deimel, Head of Large-scale Solar Power. Diese Abteilung gehört zur Business Unit Solar & Batteries, die wiederum Teil der Business Area Wind ist.

Auf der Suche nach rentablen Geschäftsmodellen
Der Fokus der Business Unit Solar & Batteries liegt auf drei Produkten: großen Solarparks, dezentralen Solarparks (B2B-Kunden mit großen Dächern) und Batterien (groß und dezentralisiert auf Grundstücken von B2B-Kunden). Die Geschäftseinheit sucht zunächst für jedes Produkt in allen Märkten nach potenziellen Geschäftsszenarien.

Deimel ist für den Bereich große Solarenergieprojekte zuständig. In Wales gibt es bereits einen großen Solarpark, im Windpark Parc Cynog, mit 5 MW. In den Niederlanden befinden sich Solarenergieprojekte mit einer Kapazität von mehr als 200 MW in der Entwicklungsphase. Dies ist jedoch nicht der einzige Schwerpunkt von Deimel. Sie hält auch Ausschau nach potenziellen Projekten in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Dänemark, Schweden und benachbarten Ländern.

„Als Erstes finde ich immer heraus, wo es Möglichkeiten gibt, mit unseren bestehenden Kunden an Projekten zu arbeiten, und stelle dann ein Geschäftsszenario für jedes Land zusammen. Selbstverständlich ist dieses von Land zu Land unterschiedlich", sagt Deimel. Vattenfall hat in Deutschland bereits ein gutes Netzwerk. Viele Unternehmen haben großes Interesse daran, mit Vattenfall in Verbindung zu treten und zusammenzuarbeiten. Es gibt in Deutschland für Solarenergie immer noch ein Subventionsprogramm mit Auktionen. „Im Vereinigten Königreich gibt es keine Subventionenfür Solarenergie oder Onshore-Windkraft. Wir werden also unserer Kreativität freien Lauf lassen müssen, wenn wir dort neue Solarprojekte umsetzen wollen", sagt sie. „Es ist keine Frage, dass wir den Umstieg auf nachhaltige Energie unterstützen. Dennoch betreiben wir ein kommerzielles Geschäft, und alle Geschäftsszenarien müssen rentabel sein. Und genau darin besteht die Herausforderung für uns."

Landschaften der Zukunft
Wie Deimel in ihrer früheren Stellung als Head of Wind Development NL gelernt hat, können Solarprojekte schneller umgesetzt werden als Windprojekte. Dennoch müssen sowohl bei Wind- als auch bei Solarparks zahlreiche Vereinbarungen erzielt werden, die sich ähneln - beispielsweise in Bezug auf das Stakeholder-Management. Daher ist die Kombination beider Technologien an einem Standort oft eine sehr gute Idee.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Windpark Haringvliet in den Niederlanden. Hier arbeiten Nuon/Vattenfall in Abstimmung mit verschiedenen lokalen Stakeholdern bereits seit vielen Jahren an der Entwicklung eines Windparks. Der Netzanschluss des Windparks kann aber auch von einem Solarpark genutzt werden. Deshalb hat das Entwicklungsteam letztes Jahr begonnen, aktiv an der Entwicklung eines Solarparks zu arbeiten. Auch dazu ist eine Absprache mit den Stakeholdern erforderlich.

Deimel zeigt sich enthusiastisch über diese Entwicklungen: „Außerdem haben wir eine Lizenz für eine 12-MW-Batterie erhalten. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis wir eine praktisch ununterbrochene Erzeugung nachhaltiger Energie sicherstellen können. Das ist eine fantastische Entwicklung. So werden die Landschaften der Zukunft aussehen."

Das bedeutet nicht, dass es einfach ist, Windparks mit Solarparks zu kombinieren. Viele bestehende Windparks befinden sich auf Agrarflächen, die sich nicht immer für einen Ausbau in Form eines großen Solarparks eignen. In solchen Fällen bietet sich die Nutzung der Fläche zwischen den Windturbinen für Solarmodule als Lösung an. In großen Windparks können auf diese Weise noch Dutzende von Megawatt Solarenergie erzeugt werden.

Vattenfall erforscht jedoch derzeit für neue Windparks Möglichkeiten, um Wind-, Solar- und Batteriestrom zu kombinieren. Ein großer Vorteil dieser Kombination ist die teilweise Umkehrbarkeit der Prozesse, erklärt Deimel. Alle Solarmodule lassen sich entfernen und die Landschaft kehrt sofort zu ihrem ursprünglichen Aussehen zurück. „Für mich sind Solarmodule fast wie Kulturpflanzen", sagt Deimel. „Sie beeinträchtigen zwar Ihre Aussicht, aber Sie können über deren 1,5 m hohe Rahmen hinweg schauen und sie machen keine Geräusche. Die Ernte: nachhaltige Energie."

Ein wachsender Markt und unzählige Chancen
Der Markt für Solarenergie wächst schnell. Angesichts des wachsenden Bedarfs nach nachhaltiger Energie bringt dies unzählige Chancen mit sich. Vor diesem Hintergrund werden alle Arten von Energieerzeugung erforderlich sein.

Erneuerbare/regenerative Energie steckt tatsächlich noch in den Kinderschuhen. Das europäische Ziel ist, bis 2020 sicherzustellen, dass 20 Prozent des gesamten Bruttoendenergieverbrauchs aus erneuerbaren/regenerativen Energiequellen gewonnen werden. Laut Deimel liegt noch ein weiter Weg vor uns. „Wir müssen auf die 100 Prozent hin arbeiten. Die Botschaft an alle ist die, dass wir uns an Wind- und Solarenergie gewöhnen müssen. Sie ist nicht mehr wegzudenken – wir brauchen sie. Wir werden richtig handeln und wir werden unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erledigen, aber es wird sich auf die Umwelt auswirken."

Herausforderungen
„Zum Glück hat uns Vattenfall grünes Licht gegeben, sodass wir unsere Bemühungen alle darauf ausrichten können fasst Deimel zusammen. Genau wie die neunzehn Kollegen, die bereits in der neuen Geschäftseinheit arbeiten. Zehn Stellen müssen noch besetzt werden und Deimel rechnet damit, dass es in naher Zukunft noch mehr werden. „Die Pipeline potenzieller Projekte in den verschiedenen Kernländern füllt sich langsam aber sicher. Sobald die Projekte gestartet sind, kommen wir schnell voran. Wir haben die Kontakte, die Projekte, die Pläne und die Ambitionen. Das macht uns zu bedeutenden Akteuren. Die verantwortungsvolle Entwicklung der Projekte ist allerdings mit großen Herausforderungen verbunden. Wir müssen einerseits die Bereiche Integration und Abstimmung mit den Stakeholdern, andererseits das Geschäftsszenario optimieren. Es ist harte Arbeit und wird es immer bleiben, aber deshalb lieben wir unseren Job", meint Deimel.

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