GROßES ENGAGEMENT FÜR DIE ENTWICKLUNG KOHLENDIOXIDFREIEN STAHLS

Schweden Vattenfall und die Stahlindustrie vereint bei einem großen Forschungsprojekt zur Entwicklung einer Methode der Stahlerzeugung ohne fossile Brennstoffe.

Die schwedische Energiebehörde beteiligt sich mit 56 Millionen Schwedischen Kronen an einem vierjährigen  Forschungsprojekt. Gemeinsam mit Vattenfall, dem Stahlkonzern SSAB und dem Bergbauunternehmen LKAB kommt man zusammen auf eine Investitionssumme von 102 Millionen Schwedischen Kronen. Das Ziel besteht darin, die CO2-Emissionen der schwedischen Eisen- und Stahlindustrie vollständig zu vermeiden, indem man Kohle und Koks durch Wasserstoffgas ersetzt.

„Diese Nachricht ist sehr positiv. Es ist ein wichtiger Beitrag zu unserer gemeinsamen Herausforderung, eine langfristige Lösung für das Kohlendioxidproblem zu finden. Vattenfall will mit der Elektrifizierung der Erzeugung von nachhaltigem Wasserstoffgas dazu beitragen. Uns bietet sich hiermit die einmalige Möglichkeit, bahnbrechend tätig zu sein und dazu beizutragen, dass Schweden ohne fossile Brennstoffe auskommt“, sagt Vattenfalls CEO Magnus Hall.

Die Energiebehörde hat das Projekt bereits zuvor mit 7,7 Millionen Schwedischen Kronen für eine Pilotstudie unterstützt. Durch die Entscheidung der Energiebehörde, die Initiative noch weiter zu finanzieren, können nun verschiedene Forschungsprojekte eingeleitet werden.

Nur noch Wasseremissionen
Die Forschungsprojekte werden sich mit mehreren Stufen des Verfahrens beschäftigen. Bei Vattenfall geht es darum, Lösungen für die Elektrifizierung der Industrie sowie eine nachhaltige Stromversorgung für die Erzeugung und Speicherung von Wasserstoffgas zu entwickeln.

„Vattenfall sieht sowohl wirtschaftliche Möglichkeiten als auch einen Klimanutzen in der Initiative, zu der wir mit sicherem, nachhaltigem und wettbewerbsfähigem Wasserstoffgas beitragen können. Indem wir Kohle durch Wasserstoffgas ersetzen, bekommen wir eine im Prinzip vollständig kohlendioxidfreie Stahlerzeugung, die stattdessen Wasser ausstößt. Wenn uns das gelingt, können wir ungefähr 10 Prozent der gesamten schwedischen Kohlendioxidemissionen vermeiden“, sagt Mikael Nordlander, R&D Portfolio Manager bei Vattenfall.

Vattenfall muss bei dem neuen Verfahren der Stahlerzeugung zuerst zwei Fragen lösen: in großem Umfang Wasserstoffgas zu wirtschaftlichen Bedingungen zu liefern sowie das stromintensive Verfahren in das Stromsystem als Ganzes zu integrieren. Außerdem wird Vattenfall untersuchen, wie ein Wasserstoffgasspeicher dazu dienen kann, um Strom aus erneuerbarer Energie, unter anderem aus Windenergie, bei Überkapazitäten zu nutzen.

„Hier gibt es große Möglichkeiten, um Wasserstoffgas als regulierende Funktion im Stromsystem einzusetzen, indem man ganz einfach Spitzen und Flauten in der Stromerzeugung nutzt“, fügt Mikael Nordlander hinzu.

Neues Verfahren in 20 bis 30Jahren
Im Frühjahr 2016 lancierten SSAB, LKAB und Vattenfall eine Initiative zur Lösung der Kohlendioxidfrage in der schwedischen Stahlindustrie. Die Initiative ist in drei Phasen unterteilt. Eine Pilotstudie läuft bis Ende 2017. Danach folgen bis 2024 eine vertiefte Forschung und Versuche in einer Pilotanlage. Zum Schluss ist geplant, bis 2035 Versuche in einer vollumfänglichen Demonstrationsanlage durchzuführen. Es wird 20 bis 30 Jahre dauern, bis diese Technik in großem Umfang in die industrielle Stahlerzeugung eingeführt werden kann.

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