ELEKTROAUTOS BOOMEN

NORWEGen Die Verkaufszahlen für Elektroautos in Norwegen brechen weiterhin alle Rekorde. Im vergangenen Jahr zogen die Verkäufe erneut an – um 130 Prozent. 

46 000 Elektroautos und Plug-In-Hybride rollen über norwegische Straßen – damit ist Norwegen das europäische Land mit der höchsten Dichte an Elektrofahrzeugen. Allein im vergangenen Jahr wurden dort 18 650 vollelektrische Elektroautos und Transportfahrzeuge zugelassen; das entspricht einem Drittel aller neu zugelassenen Elektroautos in Europa. Hinzu kommen noch einmal fast 1 700 Plug-In-Hybride. Der beliebteste Hersteller war Nissan, gefolgt von Volkswagen und Tesla.

Ausschlaggebend für den Erfolg der Elektroautos in Norwegen sind die großzügigen finanziellen Anreize für die Käufer der Elektroautos, die keine Mehrwertsteuer bezahlen und auch keine Mineralölsteuer entrichten müssen, wie dies bei der Nutzung herkömmlicher Autos der Fall ist. Außerdem zahlen die Halter von Elektroautos keine Mautgebühren, und vielerorts gibt es kostenfreie Parkplätze und Ladestationen.

„Subventionen sind heute alles, wenn es um den Verkauf von Elektroautos geht. Wir haben ähnliche Auswirkungen in den Niederlanden gesehen, wo der Volvo V60 Plug-In-Hybrid von Anfang an gute Verkaufszahlen hatte, da es großzügige Subventionen für Dienstwagen gab“, sagt Mattias Tingvall, Head of Business Development für Skandinavien.

In Norwegen beträgt der Preis für das Schnell-Laden rund drei Kronen pro Minute, was dort aber im Gegensatz zu Schweden, wo vor Kurzem ein vergleichbarer Preis festgesetzt wurde, keine lebhafte Debatte hervorgerufen hat. Mattias Tingvall ist der Meinung, dass die Anschaffungspreise von entscheidender Bedeutung für den Verkauf der Elektroautos sind, der Preis für das Laden in diesem Zusammenhang jedoch eine untergeordnete Rolle spielt.

„Drei Kronen müssen erzielt werden, damit das Geschäft rentabel ist, und das Schnell-Laden ist lediglich eine Ergänzung zum Laden zuhause.  Ein niedrigerer Preis entspräche einer Subventionierung des Schnell-Ladens, die die Möglichkeiten weiterer Wettbewerber, in den Markt einzutreten, einschränkt; das hätte zur Folge, dass weniger Schnell-Ladestationen errichtet werden“, erklärt er.

Die Niederlande landen bezüglich der Elektroauto-Dichte in Europa auf dem zweiten Platz. Dort gibt es zwar ebenso viele Elektroautos wie in Norwegen, allerdings ist auch die Bevölkerung dreimal so groß. In Großbritannien gibt es noch relativ wenige Elektroautos, rund 25 000, jedoch sind diese stark im Kommen: im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der neu zugelassenen Autos im Land verdreifacht.

In Deutschland gibt es rund 24 000, in Schweden 8 350 und in Dänemark 3 000 Elektroautos und Plug-in-Hybride.

Andere Länder, andere Subventionen
In den Niederlanden werden emissionsarme Autos gefördert. Umweltautos sind sowohl von der Kraftfahrzeugsteuer als auch der Straßenbenutzungsgebühr befreit, darüber hinaus gelten für sie geringere Mautgebühren.

In Deutschland wurde eine Reihe von Anreizen eingeführt, zum Beispiel spezielle Parkplätze, die Möglichkeit der Nutzung von Busspuren sowie die Befreiung von diversen Abgaben.

In Schweden erhalten die Käufer von Elektroautos eine so genannte Super-Umweltauto-Prämie in Höhe von 40 000 Schwedischen Kronen.

In Dänemark sind die Halter von Elektroautos von Zulassungs- und Eigentümerabgaben befreit.

In Großbritannien werden Elektroautos mit maximal 5 000 Pfund Sterling (etwa 6 870 Euro) subventioniert.

Am 1. April wird Frankreich die Elektroauto-Prämie auf 10 000 Euro anheben. Das in Frankreich meistverkaufte Elektroauto, der Renault ZOE, wird dann nicht mehr 22 400 Euro, sondern nur noch 12 400 Euro kosten.

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