EINE VIERJÄHRIGE MIT EINER NASE FÜR SPRENGSTOFF

Schweden In einem Kernkraftwerk stehen mehr als 60 spannende Berufe auf der Gehaltsliste: Von Atomphysiker über Schweißer bis hin zu PR-Referenten. Einige allerdings verrichten ihre Arbeit auf allen Vieren. Hier arbeitet nämlich auch die vierjährige Zäta. Sie ist eine engagierte Kollegin mit einem wichtigen Auftrag.

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag für dich aus?
„Ich arbeite in der Fahrzeug- und Warensicherheitskontrolle. Da durchsuche Autos, Lkw und Warenlieferungen, bevor sie auf das Gelände von Ringhals fahren. Das soll sicherstellen, dass diese keine Sprengstoffe oder andere unerlaubte Stoffe enthalten. Sobald ich mein Arbeitshalsband umgelegt bekomme, weiß ich, dass ich JETZT endlich das Schnüffelspiel spielen darf! Ich gehe mitr der Nase auf die Suche. Sowie ich den Geruch von Sprengstoff wittere und dies meinem Herrchen anzeige, darf ich zur Belohnung mit meinem Ball spielen. Am liebsten würde ich die ganze Zeit mit dem Ball spielen, weshalb ich supergründlich bin. Mein Herrchen und ich gehen bei der Arbeit methodisch vor, und meiner Nase entgeht nichts. Wir sind das beste Team auf der ganzen Welt, sagt er.“

Wie bist du an diesen Job als Sprengstoffhund gekommen?
„Mein Herrchen hat einen Tipp bekommen, dass es mich gibt, als ich noch klein war und in einer Familie lebte, die nicht die Zeit für mich aufbringen konnte, die sie eigentlich für mich benötigt hätte; aber sie haben gemerkt, dass ich schlau bin und viel Energie habe. Das war ein ziemliches Glück, denn ich bin exakt so ein Hund, nach dem Herrchen immer gesucht hat: energiegeladen, mutig und mit einem echten Suchinteresse (O-Ton von Herrchen), sowie sehr verspielt. Außerdem bin ich ein bisschen dickköpfig und gebe nicht gleich auf.“

„In unwissenden Händen hätte jemand wie ich leicht zu so etwas werden können, was ihr Menschen Problemhund nennt, aber da ich jetzt eine wichtige Aufgabe habe, bei der ich meine gesamte Energie einsetzen kann, bin ich ein Chancenhund.“

„Um ehrlich zu sein: ich bin nicht sonderlich sozial oder an anderen Menschen als meinem Herrchen interessiert. Mit ihm zusammen passieren die lustigen und spannenden Dinge, und das reicht mir“, sagt Schäferhündin Zäta.

Wann gefällt es dir bei der Arbeit am besten?
„Ich mag am liebsten, wenn es viel zu tun gibt, am besten sind 22 zu durchsuchende Lastwagen noch vor dem Mittagessen. Herrchen sagt, dass ich niemals müde werde, und damit hat er Recht. Er sagt auch, dass ich als der beste Staubsauger der Welt durchgehen würde, aber das finde ich ein bisschen unangebracht gegenüber einem Profi von meinem Kaliber. Ich bin gewissenhaft und mutig; nicht alle trauen sich, so weit nach oben wie ich zu klettern oder über Gitterböden zu gehen.“ 

Das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit ist ebenfalls wichtig. Wie entspannst du dich?
„Mein Herrchen und ich leben in seiner Familie zusammen. Ehrlich gesagt interessiere ich mich nicht sonderlich für andere Menschen als mein Herrchen, halte aber dennoch gerne ein wachsames Auge auf die kleinen Menschen im Familienrudel. Ich kann mich gut zu Hause entspannen und erholen. Wenn die Ruhepausen allerdings zu lang werden, erinnere ich Herrchen daran, dass wir einen Job zu erledigen haben. Dann laufe ich ihm solange überall hinterher , bis er das kapiert hat.“

Welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung hast du?
„Da mir das Lernen leichtfällt und ich einen guten Riecher habe, werde ich eine Weiterbildung zum Spürhund machen, und dann dürfen Herrchen und ich auch auf Patrouille gehen. Wir werden damit beginnen, im Außenbereich Spurarbeit zu machen und ungebetene Gäste aufzuspüren. Das wird ein spannender Schritt nach oben auf der Karriereleiter. Ich rechne nicht damit, in den kommenden fünf Jahren in Rente zu gehen.“ 

„Wir werden damit beginnen, im Außenbereich Spurarbeit zu machen und ungebetene Gäste aufzuspüren. Das wird ein spannender Schritt nach oben auf der Karriereleiter. Ich rechne nicht damit, in den kommenden fünf Jahren in Rente zu gehen“, sagt die Vierjährige.

Wie ist deine Beziehung zu deinem direkten Vorgesetzten?
„Du meinst mein Herrchen? Die ist super. Er ist sowohl mein Vorgesetzter, Spielkamerad als auch Papa: Wir stehen uns sehr nahe, so wie sich das eben entwickelt, wenn man zusammenarbeitet und -lebt. Wir spielen viel (oder trainieren, wie er sagt), und zwar mit ständig steigendem Schwierigkeitsgrad. Er ermuntert mich oft und das hilft mir dabei, immer aufmerksam und gründlich zu sein.  Wir Hunde müssen regelmäßig Prüfungen ablegen, und Herrchen sagt, dass es peinlich wäre, wenn wir nicht gut genug wären. Herrchen will, dass wir und die anderen Mensch-Hund Teams hier in Ringhals die besten in unserem Metier sein sollen. Dagegen habe ich nichts einzuwenden.“

Wird deine Nase niemals müde?
„Doch, das kann passieren, aber mein Chef passt ganz genau auf, dass wir auch unsere Pausen bekommen und diese erholsam sind. Auch wenn das bedeutet , dass ich niemals so lange arbeiten darf, wie ich will –  denn am liebsten würde ich keine Chance verpassen, mit meinem Lieblingsball spielen zu dürfen ...“

Zäta und Herrchen Lee Hellekant arbeiten für das Sicherheitsunternehmen Nokas.

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