„DIE ZEIT BEI VATTENFALL HAT MIR SO VIEL GEGEBEN“

Heba Hamour

Hundred Club Eine Anwältin aus Syrien und eine Betriebswirtin aus Nigeria sind zwei ausländische Absolventen, die dank des Projekts „Hundred Club“ für einen Zeitraum von drei Monaten als Praktikantinnen bei Vattenfall arbeiten.

Der Krieg zwang die Anwältin Heba Hamour dazu, ihre Pläne zur Eröffnung einer eigenen Anwaltskanzlei in Syrien aufzugeben. Nach vielen Jahren intensiver Studien an Universitäten in Syrien und im Libanon musste sie hinnehmen, dass der Weg für die von ihr geplante Karriere mit Gewalt versperrt wurde. Vor zwei Jahren machte sie sich auf den Weg nach Schweden, um sich ein besseres Leben aufzubauen.

„Ich bin nach Schweden gekommen, da ich gehört hatte, es sei für Frauen sicher, hier zu leben und zu arbeiten; ein Land in dem Recht und Ordnung herrscht“, sagt Heba, die in den letzten Wochen als Praktikantin in der zentralen Rechtsabteilung von Vattenfall am Hauptsitz in Solna gearbeitet hat. All das war dank der Initiative „Hundred Club“ möglich. 

Praktika für die Neuankömmlinge
Der Hundred Club ist eine Initiative der schwedischen Regierung und der schwedischen Arbeitsagentur, durch die in Kooperation mit größeren Unternehmen den neu angekommenen Menschen dabei geholfen wird, im Land Fuß zu fassen. Die Unternehmen bieten auf Basis ihres Bedarfs Praktika an, die den Neuankömmlingen den Einstieg in den schwedischen Arbeitsmarkt erleichtern. Gleichzeitig nutzen die Unternehmen die Fertigkeiten der Praktikanten, ohne dass Kosten dafür entstehen: eine Win-Win-Situation, in der es das Ziel von Vattenfall ist, innerhalb von drei Jahren etwa hundert Neuankömmlinge anzunehmen.

Hema Hamour nahm am Auswahlprozess teil, als die Rechtsabteilung nach Praktikanten Ausschau hielt. Sie erwies sich als die Bewerberin, die am besten das Anforderungsprofil erfüllte.

„Ich habe sehr von dem Sprach- und Rechtskurs profitieren können, den ich an der Universität von Stockholm absolviert habe“, berichtet sie. Dieser Schnellkurs ist eine gemeinsame Initiative der Universität Stockholm und der schwedischen Arbeitsagentur für ausländische Absolventen.

„Um in einem neuen Land mit einer anderen Umgebung, Kultur und Sprache zu bestehen, muss man einen Plan haben. Das Wichtigste ist das Erlernen der Sprache. Das ist von zentraler Bedeutung, so wie auch die Fähigkeit, die vorherrschenden Codes des gesellschaftlichen Verhaltens zu erlernen.“

  „Die Zeit bei Vattenfall hat mir schon jetzt so viel gegeben. Ich hoffe, dass die Fertigkeiten, die ich meinerseits einbringe, von Nutzen sind.“

Abiodun Awoniyi

Betriebswirtin aus Nigeria
Abiodun Awoniyi aus Nigeria ist eine weitere Praktikantin bei Vattenfall. Sie macht sich derzeit mit der Arbeit rund um das finanzielle Management von Großprojekten im Geschäftsbereich Generation vertraut. Sie hat einen Abschluss in Städteplanung, verfügt über Erfahrung im Finanzdienstleistungssektor und ist entsprechend in Betriebswirtschaftslehre ausgebildet, dem Bereich, in dem sie gern Ihre Karriere fortsetzen möchte.

„Ich hoffe, dass ich bei Vattenfall einen wirksamen Beitrag leisten kann, für das Unternehmen produktiv bin und meine Fähigkeiten entwickeln sowie neue Fertigkeiten erlangen kann, die meinen Wert auf dem schwedischen Arbeitsmarkt steigern“, sagt Abiodun, oder Abi, wie sie ihre Kollegen nennen.

Sie ist vor einem Jahr nach Schweden gekommen.

„Mein Ehemann kommt aus Nigeria und arbeitet in Kista für Ericsson, wo er IT-Systeme entwickelt. Also war es für mich ein natürlicher Schritt, ihm zu folgen“, sagt sie.

Die ersten paar Wochen waren intensiv, interessant und sehr konstruktiv – nicht zuletzt wegen der Arbeitskultur und der Regeln des Sozialverhaltens.

„Selbst etwas so Einfaches wie die Art, wie man sich morgens begrüßt. Das läuft viel ruhiger und zurückhaltender ab, als ich es gewohnt war.“

Einführung durch Mentoren
Ihre Vorgesetzte ist Ingrid Ruppert, Business Controller des Geschäftsbereichs Generation.

  „Abi werden unabhängige Aufgaben zugewiesen und meine Kollegen und ich betreuen sie als Mentoren. Auf der Arbeit sprechen wir Englisch, aber beim Essen wechseln wir zu Schwedisch.  Das funktioniert wirklich gut.“

Abi kommt aus der Stadt Lagos, einer Metropole mit rund 20 Millionen Einwohnern mit vielen internationalen Einflüssen, was die Kleidung, Verfügbarkeit unterschiedlicher Waren und andere Dinge angeht. Der Unterschied gegenüber anderen Großstädten der Welt ist also nicht so groß, ungeachtet ihrer geografischen Lage.

„Den größten Unterschied macht mit Sicherheit das Klima aus. Ich bin an Temperaturen von 35 °C oder mehr gewöhnt. In Stockholm ist es sogar im Sommer kalt.“

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