„DAS KABELLOSE LADEN DES ELEKTROAUTOS IST FREIHEIT“

SCHWEDEN Elektroautos kabellos zu laden wird als einfachere und bequemere Lösung als das Laden mit Kabel empfunden. Die Technik muss jedoch noch weiter verfeinert werden.

Das ist das Ergebnis der Auswertung der 18-monatigen Testphase, während der das kabellose Laden an 20 Elektroautos getestet wurde. Der von Vattenfall initiierte Test war der erste umfangreiche Test seiner Art in Europa.

Während des Testzeitraums sahen sich die Testpersonen zwar mit einigen technischen Herausforderungen konfrontiert; nichtsdestotrotz hat das Projekt gezeigt, dass der Induktionsladetechnik – die hinsichtlich der Strahlung auch die bestehenden gesetzlichen Anforderungen erfüllt – keine unüberwindbaren technischen Hindernisse im Wege stehen.

„Kabelloses Laden ist einfach. Das Auto muss lediglich korrekt über der Ladeplatte geparkt werden. Dann kann der Fahrer das Auto wie gewohnt abschließen und gehen. Ich empfinde das als Luxus, und es gibt mir ein Gefühl von Freiheit“, sagt Mia Nordström, die als Policy Advisor bei Vattenfall tätig ist und mit ihrem eigenen Auto, einem Nissan Leaf, an dem Projekt teilgenommen hat. Das Fahrgestell dieses Autos wurde mit einer Ladeplatte nachgerüstet, um über eine im Untergrund installierte Platte geladen werden zu können. Die Ladetechnik wurde auf dem abgegrenzten Gelände des Heizkraftwerks in Uppsala getestet.

Kabelloses Laden
Die Technologie basiert auf dem induktiven Laden, wie es auch bei elektrischen Zahnbürsten und einigen Mobiltelefonen zum Einsatz kommt. Die Ladeplatte erzeugt ein Magnetfeld, das ohne Kabel Energie zum Fahrzeug transportiert.

Früher hat Mia Nordström ihr Elektroauto mit einem Kabel geladen und kann daher die beiden Lösungen miteinander vergleichen.

„Das herkömmliche Laden mit einem Kabel funktioniert gut, aber wenn es regnet oder schneit, ist es weniger angenehm. Das Kabel wird kalt, hart und schmutzig. Manchmal beschmutzt man sich damit – sowohl die Kleidung als auch die Verkleidung des Kofferraums.“

Jetzt lädt sie das Auto kabellos während der Arbeitszeit auf, allerdings muss das Auto an der exakt richtigen Stelle abgestellt werden, damit die Stromübertragung funktionieren kann.

„Es muss einfacher werden, das Auto auf der Ladeplatte abzustellen, denn so wie es jetzt ist, erfordert es von der einparkenden Person eine gewisse Finesse. Ich bin aber davon überzeugt, dass die Autos zukünftig selbst einparken und die korrekte Position finden werden“, sagt Mia Nordström, die auch davon ausgeht, dass die Elektroautos in einigen Jahren bereits beim Verlassen des Werks über die notwendige Ausstattung für das kabellose Laden verfügen werden.

Haben Sie in Zusammenhang mit dem kabellosen Laden auch Nachteile erlebt?
„Als Nutzer ist man ein wenig besorgt wegen der Strahlung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie stark die Strahlung war, die von den ersten Mobiltelefonen in den 90er-Jahren abgegeben wurde. Die Ausrüstung wurde jedoch von der Strahlenschutzbehörde geprüft und zugelassen. Ich weiß also, dass es nicht gefährlich ist. Aber wie bei jeder neuen Technologie geht es darum, diese über einen längeren Zeitraum hinweg zu erproben, um zu erkennen, dass sie wirklich ganz sicher ist.“

„Mein Wunsch wäre es, dass man den Ladevorgang mit einer Fernbedienung ein- und ausschalten könnte, wenn man gerade nicht vor Ort ist. Jetzt beginnt der Ladevorgang sofort, auch wenn man noch im Auto sitzt.“

Die Technologie ist bereits vorhanden
Ein mögliches Zukunftsszenario könnte so aussehen, dass unter Parkplätzen oder an Taxiständen Ladeplatten angebracht sind oder unter dem Straßenbelag Ladespuren installiert werden, mit denen die Autos während der Fahrt geladen werden können. Die Ladeplatten erkennen, welches Auto geladen wird, und es wird automatisch eine Rechnung erstellt, die anschließend an den Fahrzeughalter versandt wird. Die dafür notwendige Technologie gibt es schon heute.

„Ich hoffe, dass Vattenfall oder unsere Partnerunternehmen schon in naher Zukunft eine kabellose Ladeausrüstung anbieten können, sodass es noch einfacher und bequemer wird, das Elektroauto zu laden. Und dass es schon bald noch mehr Menschen gibt, die sagen: ‚Kannst du dich daran erinnern, wie es war, als man noch zur Tankstelle fahren musste, um das Auto zu tanken, und dass man mit Schläuchen und Tankdeckeln hantieren musste, ehe man losfahren konnte?‘“, sagt Mia Nordström.

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